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Sie sind doch neugierig? Dann bin ich mir sicher! Sie werden irgendwann ihr Marathönchen laufen.
Warum ich von meiner oben gemachten Behauptung überzeugt bin? Im Mai 1999 wog ich 101 kg bei einer Spannweite von 170 cm. Mein Fettgehalt war 36 %, meine Hosengröße 27, oder 26 wenn ich den Gürtel unter dem Bauch trug. Dann begann ich zu laufen. Laufen konnte man es eigentlich nicht nennen. Ich schaffte es, mich 3 Minuten lang fortzubewegen und war dann schweißgebadet. Sauna brauchte ich nicht, machte mir zu jeder Tages- und Nachtzeit überall selber. Ich war ein absoluter Nichtsportler, hatte für jede halbwegsschwere Arbeit Maschinen, Lifte, Auto. Kurz zuvor habe noch meine Zigaretten mit dem Auto geholt, weil der Zigarettenautomat über 100 Meter von meinem Büro entfernt war.
Im Juni 1999, also einen Monat später, wog ich 76 kg und hatte ein Fettgehalt von 19 %, Hosengröße 46/48 oder 23/24. Das sind 0,75 kg pro Tag und ich habe nicht ein einzige Minute ein Hungergefühl gehabt.
Zum gleichen Zeitpunkt, also nach einem Monat lief ich das erste Mal knapp 10 km um die Thülsfelder Talsperre. Dafür benötigte ich allerdings etwa 1:15 h. Es war zwar völlig mühelos und ich war mächtig stolz auf mich, allerdings erschien mir diese "lange" Strecke damals zu zeitaufwendig.
Im Februar schaffte ich in einem Laufseminar bei Dr. Thomas Wessinghage (mehrfacher Deutsche Meister) meinen ersten 20-km-Lauf (vorher täglich 5 km, nicht mehr und nicht weniger) in 2 Stunden und 21 Minuten ...
.... und am 10. September 2000 lief ich heimlich meinen ersten Marathon in Berlin. Die Zeit war unwichtig. Mein Ziel war ankommen und schön wär es, wenn es eine 3:59:59 wird. Es wurde eine 3:64:22. ups...? Ja OK 4 Stunden 4 Minuten und 22 Sekunden. Ich war den Lauf aber sehr locker angegangen, habe unterwegs noch ein Bier getrunken (tut nicht wirklich gut) und fühlte mich nach dem Duschen toppfit, sodass ich mit allem Genuß Formel 1 geguckt habe. Abends war dann tanzen angesagt.
Der erste Marathon sollte ein Abfallprodukt meines täglichen 5-km-Laufes sein. Ich wollte für mich ein Highlight setzen. Für mich, daher heimlich, wenn ich es nicht geschafft hätte, hätte es niemand bemerkt. Aber ich sage Ihnen, laufen macht süchtig.
Inzwischen habe ich über 80 Marathönchen, darunter auch Berg- und/oder Ultraläufe absolviert, so z. B. drei mal der 72,7 km langen Rennsteiglauf mit über 1400 Höhenmetern, den Jungfrauenmarathon, der auf 2300 m endet, die 100 km in Biel in der Schweiz und jetzt den K78 in Davos auf 2630 m mit 2300 Höhenmeter. Anfangs war es für mich schwer mit mit einer drei davor zu finishen (wenn Sie die Läufersprache noch nicht beherrschen, macht nichts: das heißt nur: unter vier stunden). Inzwischen ergibt es sich einfach, wenn alle Bedingungen passen.
Mein Ziel ist es,
alle Neulinge, Einsteiger oder Wiedereinsteiger dazu ermutigen ein Marathönchen zu laufen und meine Erfahrungen an Sie weiterzugeben.
Sie glauben noch nicht, welche Kräfte das in Ihnen frei setzt, wie Ihr Durchhaltevermögen wächst, und und und ..... Nur erzählen nutzt nichts. Sie müssen es fühlen, leben, spüren, geniessen .....
... und wenn Sie bis hier gelesen haben bin ich mir sicher: Sie werden Ihr Marathönchen laufen.
Wann darf ich Sie wohin mitnehmen? Hong Kong, Tokio, Honulu, Köln, Berlin, Singapur?
Ich werde demnächst hier eine Kontaktmöglichkeit einbauen. Also schauen Sie mal wieder vorbei.
Wünsche Ihnen einen energiegeladen, beflügelten, langausdauernden Tag!
Günter
PS.: Halbmarathon vorweg? Fast alle Lehrbücher raten, zunächst sein Leistungsniveau an einen Halbmarathonwettkampf zu testen. Meine Meinung: sooo...hn Quatsch. Hab' ich auch nicht gemacht. Verlorene Zeit. Mein erster Halbmarathon war in diesem Jahr vor meinem 9. Marathon. Und was hat's gebracht? 'ne mittelprächtige Zeit. Hätte ich auch ohne geschafft.
Das gilt natürlich nicht für Leistungssportler, die verkrampft nach Siege ringen. Eben nur für Marathönchenfreunde. Wenn Sie sich quälen wollen, sind Sie bei mir total an der falschen Adresse. Dazu kann ich Ihnen natürlich auch Tipps und gute Adressen geben.
Bei mir gibt es nur Spass im Wohlfühlbereich, und wer den echten Kick, den Runner's High, den FLOW erleben will, der läuft ein ganz klein wenig schneller, nur wenn er will!
Zur Intensität der Vorbereitung: Zugegeben, im den letzten drei Monaten habe ich einige lockerer 10-km-Läufe eingebaut. Sonst hätte meine Endzeit etwa bei 4:45 h bis 5:00 h gelegen. Das lässt sich leicht anhand von vielen empireschen Formeln, die in zahlreichen Fachbüchern veröffentlicht sind, hochrechnen. Ich versichere Ihnen aber, dass ich vor meinem ersten Marathon keinen einzigen anstrengenden Tempolauf absolviert habe.
Diesen Unsinn und diese Quälerei habe ich 2002 einige Monate getestet. Für mich hat es vom ersten bis zum besten Lauf 15 Minuten gebracht. Diese geringe Leistungssteigung war es mir nicht wert. Es wird mir nicht wieder passieren. Ich denke, dann geht der Sport, den ich einzig und allein für meine Gesundheit und meine Fitness mit sehr viel Spaß betreibe in Richtung ungesunden Leistungssport. Hut ab, vor denen die es wollen, es muß jeder für sich entscheiden.
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